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Zeitgeist Living Ausgangssperre Tag 29
Curfew Diary

AUSGANGSSPERRE TAG 29

(Werbung aus Leidenschaft)

Thema des Tages: Schockstarre. (Obwohl es ja zu erwarten war)

Vier Wochen Nachschlag. Noch weitere vier Wochen strengste Ausgangssperre oder „Haft“ wie google es übersetzt. Bis 11. Mai um es genau zu sagen. Das muss man erst mal verdauen und sacken lassen. Und danach ist trotzdem nichts wieder normal. Es werden Schulen und Kindergärten schrittweise wieder geöffnet. Restaurants, Bars, Hotels und Kinos bleiben weiterhin geschlossen. Was für eine Katastrophe. Katastrophe nicht nur, weil ich traurig bin, dass ich keinen Kaffee am Strand trinken kann, sondern für die Betreiber und ihre Mitarbeiter. Nichts wird in Kürze wieder so sein wie vorher.
Macron hatte gestern angedeutet, dass die zeitliche Begrenzung wann Sport getrieben werden darf aufgehoben werden soll. Das würde ich sehr begrüßen.

8.00 Uhr: Boulangerie. Auch, wenn man sich nicht aufbrezelt dauert ewig bis man losgehen kann. Attestation ausfüllen, Gummihandschuhe anziehen, Mundschutz aufsetzen, Jacke von draußen holen und anziehen und dann noch Schuhe vor der Tür anziehen. Einkaufen beim Bäcker zwei Minuten. Wieder daheim: Schuhe vor der Tür ausziehen, Beutel an die Tür hängen, Gummihandschuhe am Mülleimer ausziehen und entsorgen, Händewaschen im Badezimmer, Jacke auf dem Balkon ausziehen und dort lassen. Mit den Fingerspitzen angele ich danach die Croissants aus dem Beutel und bringe sie in die Küche. Puhhh danach könnte ich schon wieder ins Bett gehen und eine Pause machen.

8:30 Uhr: Endlich Frühstück. Das wird ein schöner Tag. Das Wetter ist mittlerweile so mild, dass wir auch ohne Sonne auf dem Balkon frühstücken können.

9:00 Uhr: Hausarbeit. Ich sage mal meinem treuesten Freund, dem Staub hallo. Er darf aber weiter auf mich warten, ich habe noch ein paar kleine Änderungen an den Bildern vor und dann bin ich fertig.

11:00 Uhr: Spaziergang. Es ist ganz schön voll auf der Straße. Ich glaube die Leute haben Frust wegen der weiteren vier Wochen. Wenn ich das so sehe, hoffe ich um so mehr, dass man bald wieder in einem Zeitraum von 18 bis 20 Uhr seine eine Stunde spazieren oder joggen darf. Ich denke, dann würde sich die Situation auf den Fußgängerwegen etwas entzerren und man könnte einen vernünftigen Abstand halten.

11:40 Uhr: Auf dem Rückweg schaue ich auch wieder beim Gemüsehändler rein. Die guten Bio-Eier sind schon wieder ausverkauft. Das wird jetzt hoffentlich nicht zur Gewohnheit. Ich bestelle zur Sicherheit welche vor. Bei Eiern gibts bei mir keine Kompromisse. Ich hatte als ich zwanzig war mal Salmonellen. Das war kein Spaß. Der alte Sack von Arzt, bei dem ich damals war, hatte mich fast verrecken lassen. Der Blödmann hatte mich angebrüllt, dass er die Diagnose stellen würde, nachdem ich die Idee geäußert hatte, dass ich möglicherweise Salmonellen haben könnte. Ich sollte mal schön schwarzen Tee trinken und Salzstangen essen. Allein das war schon das Dämlichste, was ich je gehört hatte. Das gabs im Osten nicht. Mir ging’s echt dreckig und nach ein paar Tagen hat mich eine Freundin zum Notdienst gefahren, da war es natürlich schon kurz nach zwölf. Ich glaube, das Gesundheitsamt hat sich dann mit dem alten Sack von Arzt auseinandergesetzt. Ich war denn jedenfalls erstmal wochenlang krank und natürlich nie wieder bei dem Arzt. Sowas würde mir heute natürlich nicht mehr passieren, schon weil ich tollste Hausärztin überhaupt habe.

13:30 Uhr: Midi und Kaffee in der Sonne.

14:00 Uhr: Ich muss heute leider in den Supermarkt. Ärgs. Ich schaue mehrfach aus dem Fenster, was auf der Straße so los ist. Jetzt wirkt es ruhig. Ich gehe dann mal. Es ist tatsächlich nicht viel los und man kann gut Abstand halten. An der Kasse dann die Ernüchterung. Nur alte Leute, die ewig brauchen, also diejenigen, die eigentlich zu Hause sein sollten. Generell habe ich das Gefühl, das die Alten diejenigen sind, die sich am wenigsten an die Regeln halten. Die alte Dame vor mir versucht zu meinem Entsetzen auch noch ständig hinter die Plastikscheibe zu kommen, die eigentlich die Verkäuferin schützen soll. Ohh Man.

15:00 Uhr: Fertig mit dem Auskleide-Prozedere und auspacken.

16:00 Uhr: In der Zeitung lese ich, dass eine Mutter eine Unterschriftenaktion gestartet hat, gegen die Wiedereröffnung der Schulen am 11. Mai. Mhhhh, weiß ich jetzt nicht. In Frankreich gibt es viele Kinder, die keine Möglichkeit haben am Online Schulunterricht teilzunehmen, weil sich die Familien keinen Computer leisten können.

17:00 Uhr: Der große Liefer-Gigant hat angekündigt nur noch Lebensmittel und Hygiene Artikel zu liefern. Es wird mit manchen Dingen so langsam schwierig.

18:00 Uhr: Facetime mit der Provence. Ja so langsam bekomme ich Sehnsucht nach meinen Freunden.


(advertising with passion)

Topic of the day: Rigor mortis. (Although it was to be expected)

Four weeks‘ supply. Another four weeks of strict curfew or „detention“ as google translates it. May 11th, to be exact. That’s a lot to digest and let sink in. And after that nothing is normal again. Schools and kindergartens are gradually being reopened. Restaurants, bars, hotels and cinemas will remain closed. What a catastrophe. Disaster not only because I am sad that I cannot drink coffee on the beach, but for the operators and their employees. Nothing will soon be the same again.
Macron had indicated yesterday that the time limit on when sport can be practised should be lifted. I would very much welcome that.

08:00 a.m. Boulangerie. Even if you don’t get dressed up, it takes forever to get going. Fill out the certificate, put on rubber gloves, put on a mouthguard, get your jacket from outside and put it on and then put on shoes in front of the door. Shopping at the bakery two minutes. Back home: Take off shoes in front of the door, hang the bag on the door, take off rubber gloves at the garbage can and dispose of them, wash your hands in the bathroom, take off your jacket on the balcony and leave it there. With my fingertips I then fish the croissants out of the bag and take them to the kitchen. Puhhh after that I could already go back to bed and have a break.

8:30 a.m.: Finally breakfast. It will be a nice day. The weather is now so mild that we can have breakfast on the balcony even without sun.

9:00 a.m.: Housework. I say hello to my most faithful friend, Staub, but he can continue to wait for me, I have a few small changes to make on the pictures and then I’m done.

11:00 a.m.: walk. It is quite crowded on the street. I think people are frustrated about the other four weeks. If I see it that way, I hope all the more that soon you will be able to walk or jog for your one hour from 6pm to 8pm again. I think then the situation on the pedestrian paths would be a bit more straightened out and you could keep a reasonable distance.

11:40 a.m.: On the way back, I also look in again at the greengrocer. The good organic eggs are already sold out again. Hopefully this will not become a habit now. I order some for security reasons. With eggs there are no compromises with me. I had salmonella once when I was 20. It wasn’t fun. The old fart doctor I went to almost let me die. The jerk yelled at me that he’d diagnose me after I suggested I might have salmonella. I should drink a nice black tea and eat saltines. That alone was the stupidest thing I’ve ever heard. They didn’t have that in the East. I felt really bad and after a few days a friend drove me to the emergency service, of course it was shortly after twelve. I think the public health department then dealt with the old doctor’s bag. Anyway, I was sick for weeks and of course I never went to the doctor again. Such a thing wouldn’t happen to me today, because I have the best family doctor ever.

1:30 p.m.: Midi and coffee in the sun.

2:00 p.m.: I have to go to the supermarket today. Ärgs. I look out of the window several times to see what’s going on in the street. Now it seems quiet. I’ll be going. There’s really not much going on and you can keep your distance. At the cash register then the disillusionment. Only old people who take forever, those who should be at home. In general I have the feeling that the old people are the ones who follow the rules the least. To my horror, the old lady in front of me is constantly trying to get behind the plastic window that is supposed to protect the saleswoman. Ohh man.

3:00 p.m.: Done with the undressing procedure and unpacked.

4:00 p.m.: I read in the newspaper that a mother has started a signature campaign against the reopening of the schools on 11 May. Mhhh, I do not know now. In France there are many children who have no possibility to attend online school lessons because families cannot afford a computer.

5:00 p.m.: The big delivery giant has announced that it will only deliver food and hygiene items. It is getting difficult with some things.

6:00 p.m.: Facetime with the Provence. Yes, I am slowly getting longing for my friends.

Translated wit DeepL (free version)

Bisous Tonja

1 Comment

  • Barbara
    15. April 2020 at 11:30

    Ich bin‘s schon wieder, deine Nervensäge!
    Also KH liest jetzt auch deinen Blog, sagt, der ist toll und gut gemacht. Und ich schicke den Link ein bisschen in der Gegend rum!
    Habe grad überlegt, wie irre der Augenblick sein wird, wenn man weiß, dass man sich in 5 Minuten wiedersieht!!!
    Was soll ich dir dann aus Allemagne mitbringen, was es nicht en France gibt?
    Wir planen das besser alles schon mal!
    Wir sind und bleiben Optimisten!
    Ich knuddel dich! Carpe diem und gros bisous! B.

    Reply

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