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Zeitgeist Living Ausgangssperre Tag 33
Curfew Diary

AUSGANGSSPERRE TAG 33

(Werbung aus Leidenschaft)

9.03 Uhr: Boulangerie. Bei Bäcker Nummer eins, dem mit den mega Croissants alles ausverkauft. Merde. Bei Bäcker Nummer zwei immerhin noch ein Croissant und Baguettes satt.

9:30 Uhr: Frühstück in der Sonne auf dem Balkon. Für mich wieder Obstsalat mit Granola.

11:00 Uhr: Spaziergang. Heute ist es wieder relativ voll. Kleiner Zickzacklauf. Wir brauchen Kaffee und wollen auf keinen Fall in den überfüllten Supermarkt. Eigentlich hatte ich in unserem Lieblingsladen in Nizza Kaffee bestellt, der kommt aber per „La Poste“ und somit in vier oder fünf Wochen. Man weiß es nicht. Also suchen wir in kleineren Läden im Vorbeigehen nach Kaffee. Überall nur gemahlener Kaffee. Menno. Aber dann, in einem italienischen Feinkostladen bekommen wir Kaffee, Limoncello und Prosecco. Das Wochenende ist gerettet.

12:30 Uhr: Midi.

14:00 Uhr: Ich habe ein Formtief, was heißt, ich komme heute überhaupt nicht aus dem Quark. Das ist heute der erste Tag, an dem ich mich so richtig lethargisch fühle. Mein ansonsten sehr gut funktionierendes Selbstmotivationstool funktioniert heute nicht. Das liegt wohl an dem Gefühl des eingesperrt seins. Ich denke die ganze Zeit Dinge wie: Wenn ich jetzt zum Strand könnte, dann oder wenn ich jetzt Blumenerde und Pflanzen kaufen könnte dann… Ich weiß, dass das totaler Blödsinn ist. Und ich weiß auch das es totaler Blödsinn ist, seinen Tag immer mit sinnvollen Dingen ausfüllen zu wollen. Das kann kein Mensch. So einen freien Tag sollte man genießen. Solche Tage sind selten und man sollte auch einfach mal nichts tun. Weiß ich ja und hab trotzdem ein schlechtes Gewissen. Warum auch immer. Wir wissen alle, dass früh genug der Tag kommt, an dem wir denken, manchmal war die „Haft“ gar nicht so übel.

14:10 Uhr: Wir haben noch 23 Tage mit der verschärften „Haft“ vor uns. So viel ist das ja eigentlich auch nicht mehr. Es gibt so viele Dinge, die ich längst mal erledigen wollte. Ich werde mir heute einen richtig schönen Abend machen und mir eine kleine Liste erstellen, mit Dingen die ich morgen erledigen will. Vielleicht weiß ich auch nur nicht wo ich anfangen soll.

15:00 Uhr: In der Zeitung lese ich, dass die Maskenpflicht in Nizza ab dem 11. Mai gelten soll. Die Stadt glaubt bis 9. Mai jeden Bürger von Nizza mit einer Maske ausgestattet zu haben. Ich bin gespannt und schreibe auf meine Liste: 2 weitere Masken zum Wechseln nähen.

15:03 Uhr: Außerdem lese ich, dass in meinem Viertel ab jetzt ein Markt wieder geöffnet sein wird. Dort kann man täglich, außer Montags einkaufen. Ich werde dort Dienstag mal vorbeischleichen und schauen wie voll es ist. Ich weiß, dass es dort frischen Fisch gibt. Für heute habe ich als Luxus des Tages nochmal die vergoldeten Erdbeeren gekauft. Die von gestern waren wirklich schon richtig toll. Zwei hatte ich mir für ein Gläschen Prosecco aufgehoben. Das mache ich heute wieder.


Bisous Tonja

2 Comments

  • Christa Kosanke
    19. April 2020 at 10:16

    ich hab dich lieb und du kommst so so authentisch rüber, mein Schatz!! Ihr habts strenger dort unten hier läuft ich überall rum gestern durch die Rapsfelder mit Maria meine Ayurveda Massage Schülerin der letzten Ausbildung 2019.
    Die Blüten des Frühlings eröffnen uns ein neues Bild….
    danke, das du uns an deinem Leben teilhaben lässt….
    ich drück dich aus der Ferne

    Herzengrüsse ♥️♥️
    Christa

    Reply
    • Tonja
      19. April 2020 at 15:00

      Hallo Christa, wie schön von Dir zu hören. Ja hier ist’s streng, aber in Frankreich sterben auch sehr viele Menschen an dem Virus und dann darf man nicht egoistisch sein. Ich danke Dir für die lieben Worte und freue mich auf den Tag, an dem wir uns wiedersehen. Drück Dich Tonja

      Reply

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