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Zeitgeist Living Ausgangssperre Tag 37
Curfew Diary

AUSGANGSSPERRE TAG 37

(Werbung aus Leidenschaft)

8:20 Uhr: Ich habe geschlagene fünfzehn Minuten gebraucht, (verbraucht) um mich für den morgendlichen Besuch beim Bäcker einzukleiden. Très chic im neuen „Parisian Style“: Mit Gummihandschuhen und Mundschutz…

8:30 Uhr: Boulangerie. Ich habe Croissants erbeutet und ein Baguette ergattert und das ganz ohne anstehen. Wieder zu Hause sehe ich, das mein Passierschein (Attestation) auf der Kommode liegt. Das kann teuer werden. Viele Polizisten decken sich in meiner Boulangerie auch mit Croissants ein. Bisher wurde ich dort aber noch nie kontrolliert. Die Polizisten haben sicher eher ihre Croissants im Sinn, als irgendwelche Kontrollen vor dem Petit Dejeuner. Mein Glück, sonst hätte ich jetzt auch noch vergoldete Croissants. Die Bäckereien haben im Übrigen ihre Preise bisher um keinen Centime erhöht. Apropos Centime. Der Franzose sagt zu Euro Cent immer noch Centimes, also ganz offiziell. Das ist so typisch für Franzosen. Ich finde es irgendwie niedlich und sage es auch gerne. Vielleicht hätten wir uns den Pfennig auch bewahren sollen?

9:00 Uhr: Frühstück zwischen diversen Calls. Wieder Indoor, weil ich eine Memme bin. Es ist mir noch zu frisch, obwohl es zwar grau aber warm ist. Ich bin weiterhin bei Obstsalat und Granola. Das ist einfach zu gut.

11:00 Uhr: Ich muss hier mal raus und wir finden Zeit für einen Spaziergang. Es ist nicht viel los draußen, was ich sehr angenehm finde.
Das Wetter ist noch nicht wieder richtig schön, aber die Luft ist super. Ich gönne uns nochmal ein paar „Goldbeeren“ vom Gemüsehändler.

12:00 Uhr: Wir haben einen Brief von der Stadt bekommen, in dem erklärt wird, wo wir uns registrieren müssen, um unseren kostenlosen Mundschutz zu erhalten, den die Stadt Nizza für jeden Einwohner gekauft hat. Man erhält dann eine SMS, in der dann wieder steht, wann und wo man seine Maske abholen darf. Puhhh, wir beschließen uns selbst zu versorgen. In Kürze wird dann die Mundschutzpflicht wohl auch durchgesetzt werden.

13:00 Uhr: Midi und Kaffee draußen.

14:52 Uhr: Ich veröffentliche den Post über den süßen Kaffeeladen, in den Sandra und ich so gerne gehen, wenn sie in Nizza ist. Ein Post über den Laden in dessen Onlineshop ich mich zum Einkaufen zu blöd angestellt habe. Eigentlich ist es auch kein Kaffeeladen, sondern eher ein „Salon de Thè“. Man bekommt dort die tollsten Tees, Gebäck zur perfekten Teatime, Teekannen und Geschirr und auch Bio-Kaffee. Sogar in Kapseln – biologisch abbaubaren versteht sich. Und zur Krönung gibt es drinnen und draußen ein paar Plätze. Das Ambiente ist so schön. Wer schauen mag – ich berichte in diesem Post.

15.00 Uhr: Unterricht. Eine Stunde französische Grammatik. Zur „Wiedereingliederung“ in meinen Unterricht habe ich eine Wiederholungsstunde gebucht. „Passé Composé“. Wer erinnert sich? Der Unterricht läuft ganz gut. Ich schlage mich wacker und stammele schön eine Stunde rum. Wer sich dafür interessiert: ich habe den Unterricht immer bei „Lingoda“.

16:00 Uhr: Unterricht für heute geschafft. Die Hausaufgaben beziehungsweise Übungsaufgaben mache ich heute Abend.

16:30 Uhr: In der Zeitung lese ich, dass die Wiedereröffnung von Restaurants, Bars und Hotels in Frankreich zum 15. Juni von der Regierung noch nicht bestätigt werden kann. Omg. und das in einem Land, in dem so viele Regionen vom Tourismus leben. Das ist schlimm. Ich hoffe, dass sich eine Lösung finden wird.

16:35 Uhr: Weiter lese ich in der Zeitung, dass in Frankreich diverse MC Donalds“ Restaurants ihre Drive In Schalter wieder eröffnet haben. In manchen Orten hat das zu riesigen Staus geführt. Es gibt Leute die drei Stunden auf einen Burger gewartet haben. Kann man machen, muss“ man aber nicht. Das Phänomen „MC Donalds“. Ich weiß nicht mehr wer es gesagt hat: Das muss man erstmal hinbekommen, dass Eltern ihren Kindern das ungesündeste Essen überhaupt, als eine Belohnung versprechen. Ist was dran. Ich war jedenfalls ewig nicht mehr da, aber früher definitiv häufiger. Also drei Stunden auf MC Donalds Essen warten, würde ich niemals. Ihr etwa? Allerdings ist es mit Sicherheit für junge Leute die perfekte Ablenkung. Highlight des Tages: im Auto, mit Musik Spaß im Stau.

18:00 Uhr: Blauer Himmel und Sonnenschein. Das schöne Wetter ist für ein paar Tage zurück. Tja, unseren Spaziergang hatten wir ja schon. Ich freue mich schon auf morgen. Dann heißt es wohl wieder Zickzack in der Sonne. Egal. Ich freue mich trotzdem darauf.


Bisous Tonja

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