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Zeitgeist Living Ausgangssperre Tag 51
Curfew Diary

AUSGANGSSPERRE TAG 51

7:30 Uhr: Was für eine Nacht. Besonders viel geschlafen habe ich nicht. Ich konnte mal wieder nicht einschlafen. Das letzte Mal habe ich um 2:30 Uhr auf den Wecker geschaut, obwohl ich versuche das nicht zu tun. Ich habe mir das auf den Wecker schauen abgewöhnt, weil ich finde das es frustriert. Gegen 4:30 Uhr hat es dann einmal kurz geklingelt. Irgendein Idiot hat wahrscheinlich im Suff Klingelstreich gespielt. Na toll, leider konnte ich danach auch wieder nicht einschlafen. Grrr….
Das „Nicht Einschlafen-Können“ ist eins meiner Dauer-Themen und begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Schon als Kind musste ich zum autogenen Training, das hasse ich deshalb auch heute noch. Mittagsschlaf im Kindergarten war auch so eine unendliche Qual für mich, insbesondere wenn meine von mir heiß und innig geliebte Kindergärtnerin nicht da war. Die Vertretung „Frau Bohnensack“ konnte es nämlich nicht leiden, wenn nicht Schlafende Kinder ihr ihre Pause versaut haben. Das nicht Schlafende Kind, dass sie genervt hat war in den meisten Fällen ich. Sie war oft ziemlich grob. Das, gäbe es heute so Gott sei Dank, nicht mehr. Ich habe sie in sehr schlechter Erinnerung.

7:40 Uhr: Ich brauche einen Kaffee und komme heute Morgen nicht gerade rasend schnell aus dem Quark.

8:30 Uhr: Ich trinke gerade einen weiteren Kaffee und ahne schon, dass dieser Tag nicht mein produktivster sein wird.

9:00 Uhr: Kleines Frühstück. Alleine auf dem Balkon.

9.30 Uhr: Ich wusel rum, räume auf, erledige Wäsche und diesen ganzen Kram, den ich nicht weiter erläutern muss, weil er Euch ja selbst als langweilig bekannt ist.

12:40 Uhr: Midi und Kaffee auf dem Balkon, allerdings nicht so lange, es weht nämlich ein ganz schön frischer Wind. Den Wind finde wohl nur ich frisch, im Nachbarhaus sonnt sich jemand im Bikini ohne Windschutz. Das machen sonst nur Touristen.

13:00 Uhr: Ich muss dringend ein bisschen Französisch pauken, allerdings fällt es mir ganz schön schwer mich auf den Stoff zu konzentrieren, weil ich so müde bin.

15:00 Uhr: Französischunterricht. Ratet! Jep, eine Grammatikstunde. Wiederholungsstunde zu le passé composé mit allem drum und dran, nebst Verneinung und le passé des verbes pronominaux. Der Lehrer hat direkt bei der Begrüßung gesagt, das ist eine komplizierte Stunde und das in meinem Zustand. Na wir hatten jedenfalls einiges zu lachen.

16.00 Uhr: Nach dieser Stunde brauche ich erstmal einen Kaffee.

17:00 Uhr: Ich knipse meinen wunderschönen Blumenstrauß, den ich gestern gekauft habe. Gefühlt tausend Bilder: von links, von rechts, von oben und beinahe auch noch von unten, ich kann gar nicht aufhören.

18:00 Uhr: Ich mache mich auf den Weg zu meinem Tausend-Meter-Spaziergang. Der Wind ist weg und eigentlich ist das Wetter schon perfekt für einen Aperitif am Strand. Wann das wohl wieder möglich ist? Ich bin gespannt. Die Strände bleiben jedenfalls erstmal bis Juni geschlossen.

18:30 Uhr: Ich staune nicht schlecht. Einen Tag nicht raus gewesen und schon was verpasst. Die Fahrradwege, die sich der Bürgermeister von Nizza für die Stadt überlegt sind, schon fertig. Der Boulevard Gambetta, eine der meistbefahrenen Straßen von Nizza ist nun nur noch Bussen und Fahrrädern vorbehalten. Klingt nicht schlau, direkt die wichtigste Straße zu sperren, zumal kaum noch Busse fahren, seit es die Straßenbahn gibt. Meines Erachtens macht das Fahrrad fahren in Nizza keinen Spaß, weil hier alles geklaut wird, was nicht Niet- und Nagelfest ist – Fahrräder, Motorroller und was sich gerade so bietet. Also was mache ich mit meinem Fahrrad, wenn ich in einen Laden möchte?

18:35 Uhr: In der Zeitung steht auch, das am 11. Mai Hotels wieder öffnen werden und Airbnb stellt Richtlinien für die Reinigung vor.

Bisous Tonja

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