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Lockerungen Tag 1
Curfew Diary

LOCKERUNGEN TAG 1

(Werbung aus Leidenschaft)

Ein Grund zum Feiern? Erster Tag der Lockerungen nach 55 Tagen strengster Ausgangssperre. Es fühlt sich merkwürdig an. Wie habe ich mich nach diesem Tag gesehnt. In meiner Fantasie hatte ich mir vorgestellt, dass ich diesen Tag mit einem langen Spaziergang an der Promenade zelebrieren werde. Das werde ich heute allerdings nicht tun, denn es regnet. Es hat heute Nacht dermaßen geschüttet, dass die Bäume draußen richtig platt gedrückt aussehen und ich las auch von einem weggeschwemmten Auto in Grasse.

7:30 Uhr: Boulangerie

7:50 Uhr: Ein kurzes Frühstück drinnen, dann werde ich wieder alleine gelassen. Wie sich das anhört. Nein, nein das ist für mich nicht so schlimm wie es klingt.

8:30 Uhr: Ich werfe einen Blick aus dem Fenster und sehe deutlich mehr Verkehr auf der Straße und auch viele Menschen. Maskenpflicht? Ein Großteil der Leute auf den Straßen ist jedenfalls ohne Maske unterwegs. Wenn die Polizei diese ganzen Leute anhalten wollte, sie käme nicht hinter. Ich sehe einen Mann ohne die obligatorische Maske, er hustet in seine Hand, spukt auf die Straße und rennt in einen Laden. Das nennt man dann wohl ignorant und das sehe ich ständig. Abstand halten ist auch nicht gerade hip. Wenn das überall so ist, dann muss ich kein Virologe sein, um vorauszusagen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln werden.

9:00 Uhr: Aus der Pariser Metro werden Bilder von 6:00 morgens gezeigt: Knall voll und auch hier ist das Wort Abstand ein Fremdwort. Außerdem wird davon gesprochen, das es um 8:00 Uhr erst richtig losgeht in der Metro…

9:20 Uhr: Ich erledige ein paar Dinge im Haushalt, allerdings fällt es mir schwer mich zu konzentrieren und ich habe keine Ahnung warum.

10:30 Uhr: Ich flitze zu einem Laden in der Nähe, der am Tag der Schließung noch ein ganzes Regal mit Gummihandschuhen gefüllt hat und nun wieder öffnet. Ich will zwei Pakete für eine Freundin besorgen. Und richtig, ich habe Glück, ein paar Pakete sind noch da und der Preis ist auch geblieben. Sehr anständig. Die Leute kaufen teilweise zehn Pakete, das neue Toilettenpapier ist gefunden…

11:00 Uhr: Um mich von meiner heutigen Unkonzentriertheit abzulenken wusel ich weiter im Haushalt. Würde ich jetzt am Rechner arbeiten, würde ich mich ständig ablenken lassen. Ich kenne mich und ich kann es nicht leiden. Dagegen hilft bei mir körperliche Arbeit, bei der eine Ablenkung unmöglich ist.

13:00 Uhr: Midi. Drinnen, weil es immer noch regnet.

14:00 Uhr: Ich lese in einer FB Gruppe, dass jemand plant in 14 Tagen in sein Ferienhaus nach Frankreich zu fahren. Seine Frau ist nicht amused. Zu Recht. Ich spare mir den Kommentar, dass sich hier schon so mancher für besonders schlau hielt und sein Glück versucht hat. Es kamen auch schon Leute mit Privatflugzeugen, aber sowohl Taxifahrer als auch Nachbarn informieren die Polizei. Die Kommentare in der Gruppe zu lesen macht Spaß. Jemand drückt es super aus: Was ist so schwer zu verstehen an: Bleibt mit eurem Arsch zu Hause. Andererseits berichten viele von Freunden, die versucht haben in ihre Feriendomizile zu gelangen und mit hohen Geldstrafen zurückgeschickt wurden. Ich wundere mich echt, dass es tatsächlich so viele versuchen. Kann man nicht auch mal für acht Wochen etwas akzeptieren?

15:30 Uhr: Kaffeepause. Egal zu welcher Tageszeit ich aus dem Fenster schaue, ich sehe immer noch Menschen ohne Masken und auch ohne Abstand. Na, prost Mahlzeit, ich will mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn die Infektionszahlen wieder steigen.

17:00 Uhr: Aha, nun steht es auch in der Zeitung, dass der Bürgermeister von Nizza die Maskenpflicht nicht durchsetzen konnte, allerdings wird er es weiter versuchen. Wir werden sehen. Schon aus Höflichkeit werde ich in Geschäften natürlich eine Maske tragen, aber bei jedem Spaziergang draußen? Das kann ganz schön warm werden. Allerdings würde ich mich besser fühlen, wenn die Menschenmassen in der Innenstadt einen Mundschutz tragen würden. Alles nicht so einfach.

17:05 Uhr: In der französischen Zeitung lese ich, das in Deutschland die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt. Ist das so? Das muss ich mir nachher mal anschauen.


(advertising with passion)

A reason to celebrate? First day of relaxation after 55 days of strict curfew. It feels weird. How I’ve longed for this day. In my fantasy I had imagined that I would celebrate this day with a long walk along the promenade. But I won’t do that today because it’s raining. It poured so much rain tonight that the trees outside look really flattened and I also read about a washed away car in Grasse.

7:30 a.m.: Boulangerie

7:50 a.m.: A short breakfast inside, then I am left alone again. Sounds like fun. No, no, it’s not as bad as it sounds to me.

8:30 a.m.: I look out the window and see a lot more traffic on the street and also a lot of people. Masks required? Most of the people on the streets are without masks anyway. If the police wanted to stop all those people, they couldn’t get behind them. I see a man without the obligatory mask, he coughs into his hand, spits on the street and runs into a shop. That’s what they call ignorance, and I see it all the time. Keeping your distance is not exactly hip either. If it’s like that everywhere, then I don’t need to be a virologist to predict how the infection numbers will develop.

9:00 a.m.: From the Paris metro, pictures from 6:00 a.m. are shown: full to bursting and here too the word distance is a foreign word. They also talk about the fact that it really starts at 8:00 am in the metro…

9:20 a.m.: I do some household chores, but I find it hard to concentrate and I have no idea why.

10:30 a.m.: I flit to a nearby store that had filled a whole shelf with rubber gloves on the day it closed and is now opening again. I want to get two packages for a friend. And right, I’m lucky, a few packages are still there and the price is still there. Very decent. People sometimes buy ten packages, the new toilet paper is found…

11:00 a.m.: To distract myself from my present lack of concentration, I scurry further around the household. If I were now working at the computer, I would be constantly distracted. I know myself and I can’t stand it. Physical work, where distraction is impossible, helps me.

1:00 p.m. Midi. Inside, because it’s still raining.

2:00 p.m.: I read in an FB group that someone plans to go to his holiday home in France in 14 days. His wife is not amused. And rightly so. I spare myself the comment that some people here thought they were very clever and tried their luck. There have been people with private planes, but both taxi drivers and neighbours inform the police. Reading the comments in the group is fun. Someone expresses it super: What is so hard to understand about: Stay home with your ass. On the other hand, many report about friends who tried to get into their holiday homes and were sent back with heavy fines. I’m really surprised that so many of them actually try it. Can’t you accept something for eight weeks?

3:30 p.m.: Coffee break. No matter what time of day I look out of the window, I still see people without masks and also without distance. Well, cheers meal, I can’t even imagine what will happen when the infection rates rise again.

5:00 p.m.: Aha, now it is also in the newspaper that the mayor of Nice could not enforce the obligation to wear masks, but he will continue to try. We will see. Just out of politeness I will wear a mask in shops of course, but every time I walk outside? It can get quite warm. However, I would feel better if the crowds in the city centre wore a mask. Everything not so easy.

5:05 p.m.: I read in the French newspaper that the number of new infections in Germany is increasing again. Is that so? I have to take a look at that later.

translated with DeepL (free version)

Bisous Tonja

3 Comments

  • Barbara
    11. Mai 2020 at 20:58

    Ja, genau, hier steigen die Infektionszahlen wieder! Und all meinen Freunden, Verwandten, Bekannten geht es so wie dir: Wir sind alle verunsichert, fühlen uns nicht wohl in dieser Umwelt, denn das Virus ist ja noch DA, das ist halt Fakt. Und wir alle hier beklagen auch diese Unvernunft, Gedankenlosigkeit der Menschen beim Abstandhalten: Entweder du selber springst sonstwohin oder es gibt Tuchfühlung! Macht keinen Spaß! Wir werden uns aber dran gewöhnen müssen. Wie sagt KH zu mir:“ Lächeln! Entspannen! Buddhistische Lehren beherzigen!“ Bis dahin ist es für mich aber noch ein weiter Weg…….grumpygrumpy! Pass auf dich auf! Love B.

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  • Haydee
    13. Mai 2020 at 12:43

    Wir haben ja diese Lockerungen (wobei es hier ja wesentlich weniger streng war als bei euch) schon wieder eine Weile. Allerdings ist hier das Maskentragen in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln etc Pflicht und wird auch eingehalten. Teilweise wird man auch noch gleich mit Defi für die Hände am Geschäftseingang empfangen, der Zutritt ist begrenzt. Die Straßen der Stadt sind gepflastert mit Abstandshaltern etc. Ich sag mal so: ungefähr die Hälfte der Passanten schafft das ganz gut mit den Abständen. Ein paar unbelehrbare und Ignorante gibt’s hier natürlich auch. Ich habe mich sogar vergangene Woche zum Friseur getraut. Sehr vorbildlich dort, alles. Und ich sag mal so: bis da mal tatsächlich ein Impfstoff vorhanden ist und bis der dann bei allen Impfwilligen ankommt, dass wird wohl noch mehr als ein Jahr dauern. Und so lange möchte ich auch auf – immer mit den gebührenden Hygienemaßnahmen selbstverständlich – auf Leben nicht verzichten. Wenn das mal alle beherzigen würden, dann wäre schon viel gewonnen.
    Die steigenden Zahlen sind übrigens sehr schwankend. Aktuell sind sie wieder zurück gegangen und der R-Wert unter 1. Das ist gut. Schauen wir mal, wie es sich entwickelt. Man kann nur das beste hoffen! LG aus dem Ruhrpott 🙂

    Reply
    • Tonja
      13. Mai 2020 at 20:39

      Hallo Haydee, wow Du warst sogar schon beim Friseur. Aber ich glaube, dass würde ich mir auch trauen, sofern alles ok. aussieht. Die Stadt sieht ein bisschen aus wie eine Geisterstadt. Und das die R-Zahlen sinken ist super, hoffentlich wird es hier auch so sein. Manche Leute begrüßen sich echt schon wieder mit Küsschen. 🙈 Liebe Grüße Tonja

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